Unsere Vereinsfahrt 2004 führte vom 12. bis zum 15. August nach Sülzfeld bei Meiningen in der Rhön.
Nachdem wir den Auftrittsstress bei den Weinfesten in Valwig, Poltersdorf und Ellenz mehr oder weniger erfolgreich gemeistert hatten, starteten wir am 12. August mit 25 Personen zur Vereinsfahrt 2004 der Blaskapelle Ellenz-Poltersdorf. Ziel unserer Fahrt war das in der Rhön gelegene Sülzfeld bei Meiningen.
In Ellenz hieß es um 7 Uhr Koffer einpacken; kurze Zeit später kamen die Poltersdorfer dazu. Die Instrumente mussten wir leider zu Hause lassen, da die komplette Stimme des ersten Flügelhorns wegen Terminschwierigkeiten bzw. aus sonstigen Gründen nicht mitfahren konnte. Gefahren wurden wir wie in den letzten Jahren von Christoph, der aber auf der Hinfahrt ungewöhnlich schweigsam war. Das obligatorische Frühstück in fester und flüssiger Form nahmen wir auf einem Rastplatz ein, dessen genaue Lage nicht mehr bekannt ist. (Wenn man ihn nicht kennt, hat man aber auch nichts verpasst.) Nach der Rast ging der Stress los, denn die 23 Mitreisenden wurden in das blaue, grüne und rote Team aufgeteilt. Martin und Thomas hatten sich wieder knifflige Fragen ausgedacht. Die ersten Punkte konnten in zwei Raterunden mit Fragen über das Ziel der diesjährigen sowie der letztjährigen Vereinsfahrt gesammelt werden, wobei alle technischen Hilfsmittel - wie Telefonjoker - eingesetzt wurden. Auch die Jugendlichen trugen durch eine Runde Uno, jeweils gespielt von den Mädels sowie den Jungs, zu den Zwischenergebnissen bei.
Das erste kulturelle Highlight der Fahrt war die Besichtigung des "Schloss Fasanerie", eine kurfürstlich-hessische Sommerresidenz, die nur wenige Kilometer südlich von Fulda zu Füßen der Rhön liegt. Das zwischen 1739 und 1825 erbaute Schloss wurde von uns im Rahmen einer Führung besichtigt. Anschließend speisten wir fürstlich auf der Schlossterrasse. Gut gestärkt machten wir uns dann auf den Weg zum Ziel der Reise. Kurz nach 16 Uhr erreichten wir Sülzfeld. Hier wurde noch eine Aufgabe an die Teams verteilt, bei der aus Abkürzungen Begriffe erraten werden mussten, was einigen doch großes Kopfzerbrechen bereitete. Die freie Zeit nutzen manche für einen Spaziergang durch den Ort, der aber aufgrund der Ortsgröße doch relativ schnell beendet war. Nach dem Abendessen und ein, zwei Bierchen fielen wir müde ins Bett.
Am zweiten Tag erkundeten wir die Gegend mit dem Bus. Zunächst sollten wir ein seltenes Naturwunder, das "Steinerne Haus", ansehen, das aber so verborgen lag, dass wir es nicht gefunden haben. Auf der "Wasserkuppe", dem höchsten Berg der Rhön, war es dann doch ziemlich regnerisch und frisch. Nach dem Besuch des Segelflugmuseums erkundeten Martin und Thomas den Weg zum Gipfelplateau, was fotografisch festgehalten wurde, um der Nachwelt den Nachweis für diese wagemutige Unternehmung im dichten Nebel zu liefern. Auf der Weiterfahrt nach Bad Salzungen kamen wir zu einem Unfall, der sich erst kurz zuvor ereignet hatte. Auf der Straße lag ein Kind, das offensichtlich aus einem Auto geschleudert worden war. Bis zum Eintreffen des Krankenwagens leisteten Erhard, Hans-Jörg und Christoph Erste Hilfe. Abends erfuhren wir aus dem Radio, dass das Kind seinen Verletzungen erlegen war. Dennoch galt die Bewunderung aller Mitreisenden unseren Helfern, die ohne Zögern gehandelt hatten, was nicht selbstverständlich war und für uns alle Vorbild sein sollte. Die Bilder werden die Helfer und alle von uns sicherlich nicht so bald vergessen. Auch wenn wir abends in fröhlicher Runde gekegelt haben, so waren wir doch alle von den Ereignissen betroffen.
Den Samstag nutzten die meisten Damen und einige lauffaule Herren zur Besichtigung der Stadt Meinigen, wo auch kräftig eingekauft wurde. Der Rest der Truppe wanderte dorthin bei angenehmen Wanderwetter. Gemeinsames Treffen war dann um 14 Uhr, um uns auf den Weg zur Götz-Höhle zu machen, der größten Kluft- und Spalthöhle Deutschlands. In zwei Gruppen besichtigten wir die Höhle im Rahmen einer fachmännischen Führung. Mit den gelben oder roten Helmen fühlte man sich ein wenig wie "Bob, der Baumeister". Der Führer der zweiten Gruppe wies beim Besteigen der zahlreichen Treppenstufen darauf hin, dass man mit jeder Treppenstufe, die man hochsteigt, sein Leben um eine Sekunde verlängert. Also wehe, es beschwert sich nochmals jemand, wenn wir die Anlage im Ellenzer Rathaus runter- bzw. hochschleppen; im Alter werdet ihr noch dankbar dafür sein.
Die Rückfahrt verzögerte sich durch einen kräftigen Regenguss dann etwas, aber die Zeit haben wir durch Nahrungs- und Getränkeaufnahme gut überbrückt. Beim Eintreffen im Hotel wurden noch schnell die letzten Aufgaben verteilt. Es mussten die Lieder aus dem Medley der Nordseelieder in die richtige Reihenfolge gebracht sowie zwei Takte aus der Partitur den richtigen Stücken zugeordnet werden, was gar nicht so einfach war. Außerdem musste eine neue Textzeile für unser Lieblingsstück "O Mosella" gefunden werden - natürlich mit gesanglichem Vortrag. Vorgabe war, dass die Worte "Bernkastel-Kues", "Weinkönigin" und "Blaskapelle" in dem Text enthalten sein mussten. Nach dem Essen war es dann so weit. Mit Hilfe einer netten Bedienung kürte die wie immer unbestechliche Jury den Sieger des Gesangsvortrages. Hierbei tat sich das Team Grün durch einen überzeugenden Gesang und eine besondere Choreographie hervor, was mit der Maximalpunktzahl 10 belohnt wurde. Aber den Vorsprung des roten Teams konnten sie nicht mehr aufholen. Dieses erhielt, wie die beiden Spielleiter, beim Abschlussessen in Mesenich eine große Portion Eis.
Bevor wir die Heimreise an die Mosel antraten, machten wir am Sonntag noch einen kurzen Abstecher nach Würzburg. Da wir weitestgehend von Staus verschont blieben, trafen wir relativ pünktlich in Mesenich ein, wo Friedhelm schon auf uns wartete und endlich auch einmal Bier für uns zapfen durfte. Hier ging dann eine harmonische Fahrt zu Ende. Für´s nächste Jahr bleibt zu hoffen, dass dann auch das 1. Flügelhorn dabei ist, damit wir auch wieder Musik machen können. Ein besonderer Dank gilt abschließend Hans-Jörg, der die Fahrt wunderbar organisiert hatte, und unserem Busfahrer Christoph, der uns sicher ans Reiseziel und auch nach Hause gebracht hat.
In Bernkastel-Kues, ist beim Weinfest ne Menge los.
Wenn die Blaskapelle dort spielt und die Weinkönigin singt ein Lied.
Dann sind wir ja so froh und wir hoffen, das bleibt auch noch so.
Kommt und trinkt mit uns ein Glas Wein, Bacchus schenkt uns ein.
Geht´s Dir nicht gut, hast Du den Blues, dann fahr zum Weinfest nach Bernkastel-Kues.
Die Weinkönigin schenkt Dir kühlen Wein, der bringt Dir Freude ins Herze hinein.
Jedoch perfekt wird erst Dein Glück, hörst Du die Lieder der Blasmusik.
Denn noch viel mehr Freude als Wein und auch Bier, schenkt die Blaskapelle Dir.
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